Wahlprogramm 2026

Unser Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2026.

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Präambel

Gemeinsam gestalten wir die Zukunft Herborns

Herborn ist unsere Heimat – lebendig, vielfältig und voller Möglichkeiten. Wir GRÜNE haben die Entwicklung unserer Stadt in den vergangenen Jahren aktiv mitgestaltet und möchten dies auch weiterhin tun. Wir stehen für Klima-, Umwelt- und Naturschutz, nachhaltige Mobilität, sozialen Zusammenhalt, sichere Arbeitsplätze und eine Infrastruktur, die allen Menschen zugutekommt.

Die Herausforderungen unserer Zeit sind groß: Die Klimakrise verlangt entschlossenes Handeln, gesellschaftliche Umbrüche fordern neue Antworten, und die Unsicherheit in der Welt macht deutlich, wie wichtig lokaler Zusammenhalt ist. Gerade deshalb wollen wir gemeinsam mit den Menschen in Herborn mutig und innovativ die Zukunft unserer Stadt gestalten.

Wir setzen auf ein Miteinander in der offenen Gesellschaft – in der Kernstadt wie in allen Stadtteilen. Alle Menschen in Herborn sind Teil dieser Gemeinschaft und eingeladen, mitzugestalten – unabhängig von Herkunft, Alter, Einkommen oder sozialer Situation. Denn eine Stadt lebt von ihrer Vielfalt, vom Engagement ihrer Bürger*innen und vom Respekt füreinander.

Herborn – gemeinsam geht‘s!

Klima-, Umwelt- und Naturschutz

Die Klimakrise ist die zentrale Herausforderung unserer Zeit – und sie betrifft Herborn ganz konkret. Extremwetterereignisse wie Starkregen, Hochwasser und Hitzewellen nehmen zu und gefährden die Lebensqualität und Gesundheit der Menschen in unserer Stadt. Gleichzeitig erleben wir einen dramatischen Verlust an Artenvielfalt und intakten Lebensräumen. Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen und die Anpassung an den Klimawandel sind daher keine abstrakten Zukunftsaufgaben, sondern dringende Notwendigkeiten für ein lebenswertes Herborn.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, braucht es eine konsequente Klimapolitik, die Klimaschutz und Klimaanpassung zusammendenkt. Es braucht eine Stadtverwaltung, die mit gutem Beispiel vorangeht, eine nachhaltige und sozialverträgliche Energie- und Wärmewende, mehr Grün in der Stadt und einen Stadtwald, der fit für die Zukunft ist. Und es braucht eine enge Zusammenarbeit mit Bürger*innen, Vereinen und Naturschutzverbänden – denn Klimaschutz gelingt nur gemeinsam.

Das heißt konkret für uns:

Klimaneutralität erreichen: Wir schreiben den Herborner Klimaplan fort und setzen ihn konsequent um, damit Herborn spätestens 2045 klimaneutral ist. Die Stadtverwaltung geht mit gutem Beispiel voran und ist bis 2040 bilanziell klimaneutral und nachhaltig. Städtische Gebäude sind vorbildlich im Energie-, Wärme- und Wasserverbrauch.

Stadtentwicklung nachhaltig gestalten: Nachhaltigkeit ist das übergeordnete Leitbild unserer Stadtentwicklung – vom Hochwasser- und Hitzeschutz über Entsiegelung von Flächen und Frühwarnsysteme bei Starkregenereignissen bis hin zu verstärktem Naturschutz und Biodiversitätsförderung. Alle Spielplätze werden beschattet, weitere Trinkwasserbrunnen installiert.

Grün vermehren und Wald klimafit machen: Wir schaffen deutlich mehr Grün in Herborn und seinen Stadtteilen und reduzieren das Mähen städtischer Flächen, wo immer möglich. Unser Stadtwald wird weiterhin klimaangepasst und nachhaltig bewirtschaftet und bleibt FSC-zertifiziert.

Energie- und Wärmewende vorantreiben: Wir setzen das Wärmeplanungskonzept konsequent um – mit Nahwärme, PV-Anlagen (Genossenschaftsmodelle mit Bürger*innenbeteiligung, Überbauung öffentlicher Parkplätze), Solaranlagen, Erdwärme, Wärmepumpen und Windenergie. Die Herborner Stadtwerke sind und bleiben dabei Motor der Energie- und Wärmewende.

Apothekerlinde als Begegnungsort entwickeln: Die Apothekerlinde auf dem Hintersandparkplatz wird als Naturdenkmal ein Lern- und Begegnungsort für Jung und Alt – in enger Abstimmung mit den Herborner Vereinen.

Naturschutz gemeinsam gestalten: Wir arbeiten eng mit Naturschutzverbänden wie BUND und Flora Herbornensis, dem Geschichtsverein Herborn und den Dillkreisjägern zusammen, um Natur- und Artenschutz in Herborn zu fördern. Initiativen wie die „Essbare Stadt Herborn” oder die „Dillkinder“ unterstützen wir nach Kräften.

Soziales, Familie und Gesundheit

Gute soziale Strukturen schaffen Stabilität, Chancengerechtigkeit und Teilhabe für alle. Familienpolitische Angebote entlasten Kinder, Eltern und pflegende Angehörige, während eine starke Jugendpolitik Entwicklung fördert, Beteiligung ermöglicht und Perspektiven eröffnet. Eine verlässliche Gesundheitsversorgung sichert Lebensqualität, und Orte der Begegnung stärken den Zusammenhalt zwischen den Generationen.

In Herborn stehen wir vor vielfältigen Herausforderungen: Wie sichern wir ausreichend Kita-Plätze mit guter Betreuungsqualität? Wie bleiben ärztliche Versorgung und Pflegeangebote auch in Zukunft wohnortnah erreichbar? Wie schaffen wir Räume, in denen Jung und Alt sich begegnen, und wie ermöglichen wir älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben in ihrer vertrauten Umgebung? Wie gestalten wir Spielplätze, Jugendtreffs und Beratungsangebote so, dass sie wirklich alle erreichen (und auch genutzt werden)?

Wir denken Soziales, Familie, Jugend und Gesundheit ganzheitlich und nutzen Synergien. Unser Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit alle Menschen – unabhängig von Herkunft, Alter, Einkommen, Religion oder sexueller Orientierung – gut in Herborn leben können. Dabei richten wir den Blick nicht nur auf aktuelle Herausforderungen, sondern gestalten die Stadt vorausschauend für die kommenden Jahre.

Das heißt konkret für uns:

Alters- und generationengerechtes Wohnen ermöglichen: Menschen in jeder Lebensphase sollen selbstbestimmt wohnen können. Deshalb unterstützen wir barrierearme Umbauten. Gemeinsames Wohnen mindert Einsamkeit und erleichtert den Alltag. Deshalb stärken wir Mehrgenerationen-Projekte. Mit einem Wohnraumtausch-Modell gehen wir sich verändernde Bedarfe in unterschiedlichen Lebensphasen an – Ältere finden barrierearme Wohnungen mit guter Infrastruktur, Familien größeren Wohnraum.

Kinder- und Jugendarbeit stärken: Gute Angebote müssen alle Stadtteile erreichen. Wir finden Finanzierungsmöglichkeiten und Sponsoren für den Ausbau der Scheune am Haus der Jugend zum Veranstaltungsort. Engagierte Jugendleiter*innen brauchen gute Rahmenbedingungen. Deshalb stärken wir das Ehrenamt. Wir gestalten Spielplätze generationenübergreifend und inklusiv und verschatten sie. Aufsuchende Jugendarbeit schafft Vertrauen und hilft früh. Deshalb suchen wir nach Wegen, die gute Streetwork-Arbeit zu verstetigen und auch hier langfristig verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Wir unterstützen Familiennetzwerke weiter, damit Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Generationen verbinden und Orte zum Mitmachen schaffen: Begegnung stärkt Gemeinschaft. Wir nutzen Bürgerhäuser, Schulen und Pfarrsäle als offene Treffpunkte. Ideen sollen schnell und unbürokratisch starten können. Dafür schaffen wir Mitmach-Budgets. Wir prüfen eine digitale Plattform für Nachbarschaftshilfe und bauen Beratungs- und Vernetzungsangebote für Senior*innen und Pflegebedürftige aus.

Kinderbetreuung auf stabile Grundlage stellen: Frühkindliche Bildung ist entscheidend für die Entwicklung aller Kinder. Wir schaffen ausreichend Kita-Plätze mit guter Betreuungsqualität und sichern verlässliche Sprachförderung. Mit langfristiger Personal- und Kitaplanung halten wir qualifizierte Fachkräfte in Herborn und gewährleisten verlässliche Angebote. Flexible Öffnungszeiten werden auch Alleinerziehenden, Berufstätigen und Schichtarbeitenden gerecht. Wir garantieren einen Vormittagsplatz inklusive Mittagessen für alle Kinder und prüfen die Einführung eines unbürokratischen einkommensgestaffelten Beitragsmodells für die Ganztagsbetreuung.

Barrierefreiheit ausbauen: Barrierefreie Straßen, Haltestellen, Spielplätze und Gebäude kommen allen zugute: Menschen mit Behinderung, Senior*innen, Kindern, Eltern mit Kinderwagen und Menschen, die nur vorübergehend in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Wir bauen die Barrierefreiheit konsequent aus.

Gesundheitsversorgung sichern: Gesundheitsversorgung muss für alle gut erreichbar bleiben. Wir prüfen mobile Beratung und Präventionsangebote. Haus- und Fachärzt*innen müssen vor Ort bleiben. Deshalb unterstützen wir Praxisnachfolge und Raumsuche. Wir loten ein kommunales MVZ als Option aus, damit Praxen erhalten bleiben und junge Ärzt*innen einen sicheren Einstieg finden. Neue Konzepte wie Gemeindepfleger*innen fördern wir, um Gesundheitsversorgung in den Stadtteilen auszubauen.

Wohnen und Stadtentwicklung

Wohnen ist ein Grundbedürfnis und die Basis für ein gutes Leben. Doch bezahlbarer Wohnraum wird knapper, die Mieten steigen, und viele Menschen finden keine passende Wohnung – sei es als Familie mit Kindern, als älterer Mensch, der barrierefrei wohnen möchte, oder als junge Erwachsene, die in Herborn bleiben wollen. Gleichzeitig stehen Baulücken leer, Gebäude verfallen, und neue Wohngebiete werden erschlossen, die wertvolle Naturräume, Rückzugsorte und Grünzüge beeinträchtigen, während Ortskerne an Lebendigkeit verlieren.

Hinzu kommt die Herausforderung der Klimaanpassung: Hitze und Starkregen verlangen nach einer Stadtentwicklung, die mehr Grün erhält, Versiegelung reduziert und vorausschauend plant. Wie wir bauen und wo wir verdichten, entscheidet darüber, wie lebenswert Herborn in Zukunft bleibt.

Wir wollen eine Stadtentwicklung, die Wohnraum schafft, ohne wertvolle Flächen zu verschwenden, die sozial gerecht ist und Spekulation verhindert, die Ortskerne belebt statt neue Siedlungen an den Rand zu setzen. Wir wollen eine Stadt, in der Menschen unabhängig von ihrem Einkommen ein Zuhause finden, in der nachhaltig gebaut wird und in der jeder Stadtteil lebendig bleibt – mit Treffpunkten, aktiven Gemeinschaften und guter Infrastruktur. Dabei setzen wir auf Innenverdichtung vor Neuerschließung, auf gemeinschaftliche oder genossenschaftliche Wohnformen vor Spekulation und auf eine Verwaltung, die transparent arbeitet und Bürger*innen einbezieht.

Das heißt konkret für uns:

Bezahlbaren Wohnraum sichern: Wohnen muss für alle bezahlbar bleiben. Bei neuen Bauprojekten sichern wir verbindlich sozialen Wohnraum. Gemeinschaftliche Modelle ermöglichen dauerhaft günstige Mieten. Deshalb stärken wir genossenschaftliches Bauen. Wir nutzen das städtische Vorkaufsrecht, damit Wohnraum im Sinne der Allgemeinheit entwickelt wird – nicht für Spekulation. Erbpacht auf städtischen Grundstücken senkt finanzielle Hürden für Familien.

Nachhaltig wohnen und bauen: Baulücken schließen und Leerstände nutzen schützt Natur und vermeidet Versiegelung. Wir etablieren ein aktives Leerstandsmanagement und prüfen die Grundsteuer C, damit brachliegende Grundstücke endlich Wohnraum schaffen. Dachausbau und Aufstockung schaffen zusätzlichen Wohnraum ohne neue Bauflächen. Wir erleichtern diese Maßnahmen. Nachhaltige und flächensparende Bauweisen schonen Ressourcen und machen Herborn bei Hitze und Starkregen widerstandsfähiger. Wir fördern sie aktiv.

Stadtentwicklung für lebendige Stadtteile gestalten: Innenverdichtung geht vor der Erschließung neuer Wohngebiete. So nutzen wir vorhandene Infrastruktur und gestalten lebendige Ortskerne. Jeder Stadtteil braucht offene Treffpunkte – ob Bürgerhaus, Schule, Pfarrsaal, Dorfladen oder Dorfcafé. Sie schaffen Begegnungen und stärken Dorfgemeinschaften. Stadtteilfeste für Einwohner*innen fördern wir, um das Miteinander vor Ort zu stärken.

Grüne Stadt am Fluss entwickeln: Die Dill durchfließt Herborn – doch ihre Potenziale für Aufenthaltsqualität und Stadtleben werden noch zu wenig genutzt. Wir öffnen die Kernstadt zur Dill hin und schaffen naturnahe Räume, die im Sommer Abkühlung bieten und zum Verweilen einladen. Neue Treffpunkte am Wasser stärken die Lebensqualität und verbinden Natur mit urbanem Leben.

Verwaltung modernisieren und Bürger*innen beteiligen: Eine effiziente, transparente Verwaltung stärkt das Vertrauen der Bürger*innen in staatliche Strukturen. Wir schaffen mehr Formen der Bürger*innenbeteiligung, um lokales Wissen zu nutzen und die Identifikation mit Stadt und Stadtteilen zu stärken.

Verkehr und Mobilität

Mobilität ist Lebensqualität und Freiheit – sie verbindet Menschen, ermöglicht Teilhabe und Wege zur Arbeit und ist Voraussetzung für ein aktives Leben in Stadt und Stadtteilen. Gleichzeitig prägt die Art und Weise, wie wir uns fortbewegen, maßgeblich unseren Alltag: Wie sicher fühlen sich Kinder auf dem Schulweg? Können ältere Menschen ohne Angst die Straße überqueren? Gibt es Platz zum Verweilen in der Innenstadt? Und welche Alternativen stehen zur Verfügung, wenn das eigene Auto einmal nicht die beste Wahl ist?

Aktuell dominiert der motorisierte Individualverkehr vielerorts das Stadtbild. Das führt zu Lärm, Abgasen und gefährlichen Verkehrssituationen – insbesondere für Fußgänger*innen und Radfahrende. Zudem fehlen oft sichere Radwege, der öffentliche Nahverkehr ist nicht ausreichend ausgebaut und alternative Mobilitätsangebote wie Carsharing sind nicht verfügbar. Viele Menschen sind deshalb auf das Auto angewiesen, auch wenn sie gerne umsteigen würden.

Wir wollen den Verkehr in Herborn sicherer, gerechter und klimafreundlicher gestalten – für alle Altersgruppen und alle Verkehrsteilnehmenden. Das bedeutet: mehr Platz und Sicherheit für Fuß- und Radverkehr, attraktivere Alternativen zum eigenen Auto und eine Stadtverwaltung, die mit gutem Beispiel vorangeht. Nur so schaffen wir eine Stadt, in der Menschen sich gerne aufhalten, Kinder sicher zur Schule kommen und nachhaltige Mobilität selbstverständlich wird.

Das heißt konkret für uns:

Sicherheit erhöhen und Lebensqualität steigern: Wir schaffen weitere Tempo-30-Zonen und verkehrsberuhigte Bereiche in Kernstadt und Stadtteilen. Um Raserei und gefährliche Situationen einzudämmen, setzen wir auf bauliche Maßnahmen wie Straßenverschwenkungen, versetztes Parken, Schweller und „Kölner Teller” an bekannten Hotspots.

Sichere Querungen schaffen: Wir bauen gut ausgestattete und sichere Fußgängerüberwege an stark befahrenen Straßen aus – insbesondere im „Fachmarktzentrum“ im Süden der Stadt sowie an der Konrad-Adenauer-Straße.

Kornmarkt autofrei machen: Wir machen den Kornmarkt autofrei und schaffen so einen attraktiven Ort zum Verweilen mit mehr Ruhe, Platz und Lebensqualität. Rund um den „Bärenbrunnen” profitieren Gastronomie und Handel von der erhöhten Aufenthaltsqualität. Die Interessen von Anwohnenden und Gewerbetreibenden beziehen wir dabei eng in die Gestaltung ein.

Rad- und Fußverkehr ausbauen: Wir schließen bestehende Lücken im Radwegenetz zügig, richten Fahrradstraßen ein, sanieren und markieren Wege besser und bauen sichere Fahrrad-Abstellanlagen aus – insbesondere an Parkplätzen und wichtigen Umsteigepunkten. E-Bike-Lademöglichkeiten entstehen an stark frequentierten Bushaltestellen.

Lastenräder fördern: Wir unterstützen den Umstieg auf Lastenräder und E-Lastenräder – sowohl privat als auch im Lieferverkehr, insbesondere in der Altstadt.

Schulwege sicherer machen: Wir fördern gemeinsame Schulwegrouten wie „Pedibus” oder „Bikebus”, bei denen Erwachsene Grundschulkinder zu Fuß oder mit dem Rad auf festen Routen begleiten – ein wirksames Instrument gegen Elterntaxis und für mehr Sicherheit und Selbstständigkeit der Kinder.

ÖPNV attraktiver machen: Wir setzen uns beim Kreis für einen leistungsfähigen und zuverlässigeren öffentlichen Nahverkehr ein. Dazu gehören der Ausbau von Rufbus-Angeboten und Sammeltaxen in den Stadtteilen sowie die Möglichkeit, Fahrräder häufiger und sicherer in Bussen mitzunehmen – beispielsweise durch geeignete Anhänger.

Carsharing flächendeckend etablieren: Wir unterstützen ein dauerhaftes, flächendeckendes Carsharing-Angebot, das auch außerhalb der Kernstadt verfügbar ist und den ÖPNV zu einer echten, alltagstauglichen Alternative zum eigenen Auto macht.

Verwaltung als Vorbild: Die Stadtverwaltung stellt bei Neuanschaffungen im kommunalen Fuhrpark wo immer möglich auf E-Fahrzeuge um und setzt verstärkt E-Bikes im Dienstbetrieb ein.

Bürger*innen unterstützen: Wir unterstützen Bürger*innen finanziell, die Lastenräder anschaffen, Carsharing-Initiativen gründen oder neue Ideen für nachhaltige Mobilität umsetzen wollen.

Kultur und Tourismus

Herborn verfügt über ein enormes kulturelles und touristisches Potential, das wir noch stärker zur Geltung bringen wollen. Unsere historische Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern, die lebendigen Stadtteile und ein reichhaltiges kulturelles Angebot bilden das Herzstück einer Stadt, die zum Verweilen einlädt. Das herrliche Umland mit seinen Wander- und Radwegen, der einzigartigen Natur und zahlreichen Ausflugsmöglichkeiten macht Herborn zu einem attraktiven Ziel für Naherholung und naturnahen Tourismus.

Gleichzeitig stehen wir vor Herausforderungen: Kulturschaffende Vereine und Gruppen brauchen verlässliche Unterstützung und geeignete Räume. Touristische Angebote müssen nachhaltig entwickelt werden – im Einklang mit Umwelt- und Naturschutz. Neue Zielgruppen wie Mountainbiker*innen suchen nach klaren, legalen Angeboten, während gleichzeitig sensible Waldbereiche geschützt werden müssen. Bestehende Einrichtungen wie unsere Stadtbücherei, das Haus der Jugend, das Stadtmuseum „Hohe Schule“ oder die erfolgreiche Kulturscheune „KuSch“ verdienen eine Weiterentwicklung, die ihrem Potential gerecht wird.

Das heißt konkret für uns:

Kulturschaffende fördern: Wir schaffen verlässliche Förderbedingungen für Vereine und Gruppen, stellen nutzbare Räume zur Verfügung und etablieren offene Dialogformate zwischen Kulturszene, Politik und Verwaltung.

Stadtbücherei weiterentwickeln: Unsere Stadtbücherei ist bereits ein moderner Bildungs- und Kulturort mit über 23.000 Medien für alle Generationen – diese zukunftsweisende Entwicklung unterstützen und fördern wir aktiv weiter.

Haus der Jugend stärken: Gemeinsam mit dem Förderverein bauen wir das kulturelle Angebot für Kinder und Jugendliche im Haus der Jugend kontinuierlich aus.

Kusch unterstützen: Die Kulturscheune Herborn ist eine Erfolgsgeschichte weit über unsere Stadtgrenzen hinaus – sie hat unsere volle Unterstützung.

Naturnahen Tourismus ausbauen: Zusammen mit unseren Partnern Lahn-Dill-Bergland, Westerwald- und Rothaarsteig entwickeln wir die touristischen Angebote in allen Stadtteilen weiter – barrierefrei und mit klaren Regeln für Umwelt- und Naturschutz.

Biketrails schaffen: Wir weisen gemeinsam mit Forst, Jäger*innen, Vereinen und Fahrer*innen legale, attraktive Mountainbike-Trails an geeigneten Hängen aus und pflegen diese. So entlasten wir sensible Waldbereiche, vermeiden Konflikte mit Spaziergänger*innen und geben der Szene Mitverantwortung für Sicherheit, Wegerückbau und Naturschutz. Illegale Trails werden zurückgebaut.

Lebendiges, grünes Herborn gestalten: Wir setzen auf ein Herborn, in dem Nachhaltigkeit, Lebensqualität und Gemeinschaft selbstverständlich zusammenwirken – in Kultur und Tourismus gleichermaßen.

Starke Wirtschaft und gute Arbeitsplätze

Herborn ist ein starker Wirtschaftsstandort mit vielfältigen Arbeitsplätzen in Industrie, Handwerk, Gewerbe, Dienstleistung und Gesundheitswesen. Jeder dritte Arbeitsplatz in unserer Stadt hängt von der Industrie ab – das macht uns stark, aber auch abhängig von einer Branche, die sich derzeit fundamental wandelt. Die ökologische und digitale Transformation, verstärkt durch künstliche Intelligenz, stellt heimische Unternehmen vor enorme Herausforderungen: Wie bleiben wir wettbewerbsfähig? Wie sichern wir Arbeitsplätze? Und wie gelingt der Wandel zu klimaneutralen, energieeffizienten Produktionsweisen?

Diese Transformation erfordert nicht nur technologische Innovationen, sondern auch einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren begrenzten Ressourcen. Flächen sind knapp und wertvoll – jeder Quadratmeter, der neu versiegelt wird, fehlt für Natur, Landwirtschaft und Lebensqualität.

Die hohe Qualifikation unserer Arbeitnehmer*innen ist ein zentraler Standortvorteil. Wir wollen eine Wirtschaft, die zukunftsfähig, klimagerecht und sozial ist – eine Wirtschaft, die gute Arbeitsplätze sichert und gleichzeitig Verantwortung für kommende Generationen übernimmt.

Das heißt konkret für uns:

Transformation unterstützen: Wir begleiten die ökologische und digitale Transformation aktiv und stehen für eine klimaneutrale, energieeffiziente Technologie sowie eine klimagerechte Weiterentwicklung der Unternehmen in Herborn.

Arbeitsplätze sichern: Wir setzen uns für den Erhalt und Ausbau guter, zukunftsfähiger Arbeitsplätze ein – in Industrie, Handwerk, Gewerbe, Dienstleistung und Gesundheitswesen.

Kooperation fördern: Wir unterstützen eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Gewerbe, Handwerk, Dienstleistung, Gesundheitsbereichen, Gewerkschaften und städtischen Gremien für gemeinsame Lösungen – unter anderem Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote, die mit den Anforderungen der Transformation Schritt halten

Flächen sparsam nutzen: Bei Bedarf an Industrie- und Gewerbeflächen setzen wir konsequent auf Innenverdichtung und effiziente Nutzung bestehender Flächen sowie von vorhandenen Leerständen. Sollte eine Neuerschließung unumgänglich sein, erfolgt diese nach ökologischen Kriterien und mit nachhaltiger Ausgestaltung.

Finanzen

Alle Kommunen in Hessen stehen unter enormem finanziellen Druck. Die zusätzlichen Aufgaben, die Bund und Land den Kommunen aufbürden, führen zu defizitären Haushalten. Weder der Lahn-Dill-Kreis noch seine Kommunen sind in der Lage, ihre Haushalte auszugleichen – weitere Verschuldung ist die Folge.

Auch Herborn kann trotz gestiegener Gewerbesteuereinnahmen seinen Haushalt nicht mehr ausgleichen. Um notwendige Investitionen in die städtische Infrastruktur zu finanzieren, muss sich die Stadt in den kommenden Jahren hoch verschulden. Diese Situation erfordert klare Prioritäten, strategisches Handeln und einen verantwortungsvollen Umgang mit den begrenzten finanziellen Ressourcen – ohne kommende Generationen über Gebühr zu belasten.

Das heißt konkret für uns:

Politischen Druck aufbauen: Wir fordern zusammen mit den Bürgermeister*innen des Kreises, dass Bundes- und Landesregierung die Kommunen mit einem Sofortprogramm entlasten und nicht weiter belasten.

Zukunftsinvestitionen priorisieren: Wir setzen klare Schwerpunkte bei Investitionen in Klimaschutz, nachhaltige Energieversorgung, Digitalisierung und Mobilität für alle – Klimaanpassung und der Umstieg auf erneuerbare Energien sparen langfristig Kosten und entlasten kommende Generationen.

Soziale Infrastruktur stärken: Wir investieren in Klimaanpassung zum Schutz vor Hitze und Starkregen, in Kinder-, Jugend- und Senior*innenarbeit sowie in den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft – für ein gesundes, lebenswertes Herborn für alle Generationen.

Vorausschauend planen: Wir setzen auf langfristige Infrastruktur- und Investitionsstrategien statt kurzfristiger Flickschusterei.

Transparent und effizient haushalten: Wir sorgen für verständliche Kommunikation, klare Prioritäten und nachvollziehbare Entscheidungen im Haushalt. Wir behalten Kosten im Blick, vermeiden unnötige Ausgaben und nutzen Synergien zwischen verschiedenen Bereichen.

Verwaltung und Beteiligungen modernisieren: Wir erwarten von der Stadtverwaltung, dass Prozesse kontinuierlich optimiert und digitalisiert werden, um Ressourcen einzusparen. Städtische Beteiligungen führen wir wirtschaftlich, klimafreundlich und gemeinwohlorientiert.

Fördermittel aktiv nutzen: Wir werben gezielt Landes-, Bundes- und EU-Fördermittel ein, um kommunale Mittel zu entlasten.